Reiss-Engelhorn-Museen
Mannheim
19. September 2010
bis 20. Februar 2011
Ausstellung der Länder
Baden-Württemberg,
Rheinland-Pfalz
und Hessen

Konrad war der letzte Staufer, der es schaffte, zum Römischen König gewählt zu werden. Wohlgemerkt: gewählt, denn die notwendige Krönung in Aachen blieb ihm Zeit seines Lebens verwehrt. Aber der Reihe nach: Als Sohn Kaiser Friedrichs II. und Isabellas II. von Brienne kam Konrad IV. 1228 in der italienischen Stadt Andria (Prov. Bari) zur Welt. Der kleine Staufer wurde zunächst einem Ritter aus Neapel zur Erziehung anvertraut. 1235 reiste Konrad IV. als Begleiter seines Vaters über die Alpen. Dort erlebte er mit, wie Friedrich II. die Rebellion seines großen Bruders Heinrich (VII.) niederschlug. Dessen Aufgaben als Statthalter im Reich fielen fortan Konrad IV. zu. In Wien wurde er 1237 als Neunjähriger auf Betreiben seines Vaters zum Römischen König gewählt.
Erst einmal nicht – Denn während sein Vater wieder nach Italien zog und nie wieder zurückkehrte, blieb Konrad IV. als Stellvertreter im Reich. Die wenigen Treffen zwischen Vater und Sohn fanden folglich in Italien statt. 1238 und 1245 traf Konrad IV. den Kaiser jeweils bei Verona. Das zweite Treffen war sicherlich geprägt von Überlegungen zum Machterhalt. Denn seit 1239 galt Friedrich II. als exkommuniziert; ein Umstand, der auch Konrads IV. Stellung als gewählter Nachfolger bedrohte. Knapp ein Jahr nachdem Friedrich II. 1250 gestorben war, zog Konrad IV. dann nach Italien, um sein Erbe im Königreich Sizilien gegen alle Widerstände anzutreten.
Der erfolgreichste Abschnitt seiner Regentschaft brach nach dem Tode des Vaters in Italien an. Zwar standen den Staufern im Reich seit 1246 mächtige Gegner gegenüber, die mit Heinrich Raspe und nach dessen Tod mit Wilhelm von Holland zwei (Gegen-)Könige in Stellung brachten. Doch im Königreich Sizilien konnte Konrad IV. energisch und erfolgreich seinen Herrschaftsanspruch durchsetzen und nach monatelanger Belagerung auch die Aussöhnung mit der aufstrebenden Stadt Neapel verkünden.
Anfang 1254, gerade als sich Konrad IV. erfolglos um eine Aussöhnung auch mit dem Papst bemühte, erkrankte er an Fieber, das sich in den folgenden Monaten verschlimmerte und schließlich am 21. Mai 1254 zu seinem Tod führte. Konrad IV. starb im Alter von 26 Jahren in Lavello östlich von Melfi. Seinen Sohn Konradin, den Elisabeth von Bayern in seiner Abwesenheit zur Welt gebracht hatte, bekam er nicht mehr zu Gesicht.
Die sonderbarste Geschichte rangt sich um Konrads IV. Begräbnisfeier, die von einem Naturereignis gestört wurde. Denn man sei bereits mit den Vorbereitungen zur Bestattung beschäftigt gewesen, habe den Leichnam in die Kathedrale von Messina gebracht und dort aufgebahrt, als plötzlich ein Blitz in die Kirche eingeschlagen und den Leichnam noch vor der Beisetzung verbrannt habe.