Reiss-Engelhorn-Museen
Mannheim
19. September 2010
bis 20. Februar 2011
Ausstellung der Länder
Baden-Württemberg,
Rheinland-Pfalz
und Hessen

Als Sohn des staufischen Herzogs Friedrich II. von Schwaben und der Welfin Judith stammte Friedrich von den beiden mächtigsten Adelsgeschlechtern seiner Zeit ab. 29jährig wurde der Neffe Konrads III. am 4. März 1152 von den Fürsten zum neuen König gewählt. Nur fünf Tage später ließ er sich in Aachen krönen und bestieg dort den Thron Karls des Großen. Seinen Beinamen Barbarossa (barba „Bart“, rossa „rot/rötlich“) erhielt er später in Italien wegen seines rötlich schimmernden Bartes.
Oh ja, Friedrich I. Barbarossa unternahm nicht weniger als sechs Italienzüge. Bemerkenswert rasch nach seiner Königskrönung fasste er bereits Pläne, nach Italien zu reisen. Zwölf von 36 Regierungsjahren verbrachte er schließlich südlich der Alpen, die meiste Zeit davon verwickelt in diplomatische und militärische Auseinandersetzungen mit den oberitalienischen Städten und dem sizilischen Normannenreich. In den jahrzehntelangen Konflikten um die Durchsetzung der Reichshoheit konnte der Kaiser allerdings nur kurzfristige Erfolge erzielen.
Da gibt es eine ganze Reihe an Höhepunkten: Barbarossa war als Friedenskaiser angetreten und wurde von Zeitgenossen auch so gesehen. Seine Regierung übte er in enger Abstimmung mit den Fürsten aus. Er verfolgte das Ziel, das Reich in seiner alten Größe wiederherzustellen. Einzelne Ereignisse halten die Erinnerung an den Kaiser in positiver oder negativer Hinsicht lebendig. In Mainz veranstaltete er 1184 ein Hoffest, das als prachtvollste Feierlichkeit des gesamten Mittelalters gilt; der Stadt Mailand hingegen fügte er eine verheerende Niederlage zu, als er sie 1162 vollständig zerstören ließ.
Friedrichs I. Regierungszeit ging äußerst dramatisch zu Ende. Am 11. Mai 1189 brach eines der größten Heere in der Geschichte der Kreuzfahrten mit dem Kaiser an der Spitze zum dritten Kreuzzug nach Jerusalem auf. Zwei Schlachten gegen die Muslime verliefen erfolgreich, ehe das Heer am 10. Juni 1190 den Fluss Saleph in Anatolien erreichte. Vermutlich wollte sich Friedrich am Wasser von den Strapazen des Heerzuges erholen. Das Bad im Fluss endete jedoch tödlich. Man kann nur spekulieren, ob das Gewicht seiner Rüstung ihn in die Tiefe zog oder ob er angesichts der Sommerhitze und seines fortgeschrittenen Alters im eiskalten Gebirgswasser einen Herzinfarkt erlitt.
Im Volksglauben entstand die Vorstellung, Kaiser Friedrich I. Barbarossa sei gar nicht verstorben, sondern schlafe nur tief im Innern eines Berges - je nach Version im Trifels, dem Kyffhäuser oder dem Untersberg. Dort warte er, bis das Reich ihn wieder brauche. Das Motiv des schlafenden Kaisers wurde zuerst seinem Enkel Friedrich II. zugeschrieben und erst später auf Barbarossa übertragen. Das Kyffhäuserdenkmal vom Ende des 19. Jahrhunderts bei Bad Frankenhausen in Thüringen stellt den gerade erwachenden Rotbart dar.